carlluis.de
  • Groundhopping
  • Alle Spiele
  • Sportarten
  • Grounds
  • Karte
  • Fotos
    • Beweisfotos
    • Stadionnamen
    • Anzeigetafeln
    • Flutlichter
    • Ticketschalter
    • Busse
  • Sonstiges
    • Mannschaften
    • Statistiken
    • Allgemeines
Bulls Bulls 34
Munster Rugby Munster Rugby 31
  1. Groundhopping
  2. Alle Spiele
  3. Bulls - Munster Rugby

Bulls Bulls - Munster Rugby Munster Rugby 34:31 (14:7)

Bulls - Munster Rugby
Loftus Versfeld Stadium
9.561 Zuschauer (davon 30 Gästefans)
Samstag, 28. März 2026, 14:00 Uhr
Rugby, United Rugby Championship (2025/26), 14. Spieltag
Eintritt: 150 R

Tribüne
Tribüne

Meine Tochter verbringt aktuell ein soziales Jahr in Pretoria. Da haben wir die Chance genutzt, sie über Ostern für zwei Wochen zu besuchen. Wenn ich so weit reise, in eine Gegend, in die ich vermutlich nicht wieder hinkommen werde, möchte ich natürlich den ein oder anderen Ground „machen“. Doch über Ostern Sportereignisse in Südafrika zu finden, war gar nicht so einfach – vor allem, wenn das Ziel der Reise nicht Groundhopping, sondern ein Familienurlaub ist.

Fußball, Rugby, Cricket und das in Kombination mit unserer Reiseroute: Da habe ich nur ein Fußball-Zweitligaspiel in Kapstadt gefunden. Nach einer gut 22-stündigen Anreise (inklusive rechtzeitiger Anfahrt zum Flughafen und Zwischenstopp in Algier) kamen wir gegen 7 Uhr in Johannesburg an. Wir haben erst einmal in Ruhe am OR Tambo International Airport gefrühstückt und dabei gewartet, bis unsere Tochter uns gegen 9 Uhr abholt. Nachdem ich irgendwann „mein Leid geklagt“ hatte, dass sportlich so wenig los ist, meinte sie, dass fußläufig von ihrer Wohnung heute um 14 Uhr ein Rugby-Spiel stattfindet. Ich habe keine Ahnung, wie ich das übersehen konnte. Kurzer Check, und ja, stimmt. Und es ist nicht irgendein Wald-und-Wiesen-Spiel, sondern ein Spiel in der United Rugby Championship. Das ist schon Top of the Pops. Zu meiner Überraschung hatte die ganze Familie Bock, das in den Tagesplan einzubauen, und so ging der Urlaub gleich mit einem sportlichen Highlight los. Großartig!

Spieler
Spieler
Die/der/das United Rugby Championship ist ein Wettbewerb, an dem 16 Teams teilnehmen: vier aus Irland, vier aus Wales, zwei aus Schottland, zwei aus Italien und vier aus Südafrika. Diese 16 Teams sind in vier Gruppen eingeteilt, wobei jeweils die Teams einer Nation zusammengruppiert sind – die Irish Shield Gruppe, die Welsh Shield Gruppe, die South African Shield Gruppe und die gemischte Italian-Scottish Shield Gruppe. Innerhalb der eigenen Gruppe gibt es jeweils ein Hin- und Rückspiel, gegen die zwölf Teams der anderen Gruppen tritt man hingegen nur einmal an – entweder zu Hause oder auswärts. Insgesamt bestreitet jedes Team somit 18 Spiele. Nach der Ligaphase wird der Sieger in Playoffs ermittelt.

Feld
Feld
In Südafrika gibt es keine nationale Rugby-Liga. Im Winter (August/September) wird zwar ein Landespokal ausgespielt, aber das geht nur über wenige Wochen. Und so scheint die United Rugby Championship der Hauptwettbewerb der Pretoria Bulls zu sein. Wobei sie daneben noch im European Rugby Champions Cup starten. Das wiederum ist ein Wettbewerb mit 24 Teams aus England, Frankreich, Irland, Schottland, Wales und eben auch drei Teams aus Südafrika. Es sind schon ganz schön lange Reisen, die das Team da regelmäßig auf sich nehmen muss. Zum Glück gibt es zwischen Europa und Südafrika wenigstens keine signifikante Zeitverschiebung.

Tribüne
Tribüne
Die Pretoria Bulls tragen ihre Heimspiele im Loftus Versfeld Stadium aus. Das Stadion fasst 51.000 Zuschauer und ist gleichzeitig das Heimstadion der Mamelodi Sundowns, dem aktuellen Fußball-Serienmeister Südafrikas. Meine Tochter wohnt, wie erwähnt, sehr nahe am Loftus Versfeld und besucht abwechselnd Fußball- und Rugbyspiele. Sie meinte, dass das komplett unterschiedliches Publikum ist. Die Apartheid ist zum Glück lange vorbei, die Trennung von Schwarzen und Weißen ist jedoch weiterhin sichtbar, auch im Sport. Beim Fußball besteht das Publikum aus über 95 % Schwarzen, Rugbyspiele werden hingegen überwiegend von Weißen besucht. Und dementsprechend sah es heute nicht so aus, als würde ich meinen Afrika-Kontinental-Sportpunkt einsammeln. Das hätte locker auch in einem europäischen Rugbyland sein können.

Kassenhäuschen
Kassenhäuschen
Die Digitalisierung hat in Südafrika voll Einzug gehalten. Bargeld wird im Prinzip nicht mehr benötigt. Beim Spiel heute gab es nicht einmal mehr Tickets an der Tageskasse, auch keine, die man digital bezahlen kann. Tickets sind hier nur noch online erhältlich. Also ohne Handy ist man aufgeschmissen.

Die Sicherheitschecks waren heute lustig. Wir kamen gerade vom Markt und hatten frisch gekauftes Essen in der Tasche. Beim ersten Check war die lockere Aussage, dass Essen nicht erlaubt sei. Im selben Moment wurden wir mit der Geste „ach egal“ durchgewunken. Beim zweiten Check direkt am Eingang wurden Frauen gar nicht mehr kontrolliert, auch nicht die mit großen Taschen. Ich wurde alibihaft einmal an der Hüfte berührt und dann durfte ich ebenfalls durch.

Heutiger Gegner war Munster Rugby, ein Team aus Irland. In Irland gibt es keine klassischen Vereine, wie man das so kennt, sondern vier professionelle Provinzteams (Munster, Leinster, Ulster, Connacht), die alle unter dem Dach des IRFU organisiert sind. Munster umfasst den südwestlichen Teil Irlands. Die größten Städte sind Limerick und Cork, wo sie auch ihre Heimspiele austragen. Munster hat den Wettbewerb bisher viermal gewonnen, zuletzt 2022/23.

Gästeblock
Gästeblock
Trotz 9.500 km Luftlinie waren ca. 30 Iren im Gästeblock. Keine Ahnung, ob die wirklich extra wegen des Spiels runtergeflogen sind oder hier wohnen. Erwartet hatte ich das jedenfalls nicht. Aber umso besser, mit Gästeblock macht es einfach mehr Spaß.

Sportlich war das Spiel in den ersten 15 Minuten gruselig. Es war geprägt von vielen individuellen Fehlern und ständigen Einwürfen. Es kam einfach kein Spielfluss zusammen. Die Gedränge haben ebenfalls nicht funktioniert und ewig gedauert, und am Ende musste die Schiedsrichterin alle wegpfeifen. Zum Glück wurde das Spiel mit der Zeit besser und war zum Ende hin richtig spannend. Nach 60 Minuten sahen die Bulls wie der sichere Sieger aus. Doch dann ließen sie zwei Tries zu und Munster kam auf drei Punkte heran. Somit entschied erst der Schlusspfiff über den Sieger. Im Rugby beträgt die Spielzeit 80 Minuten, aber der letzte Spielzug wird so lange weitergespielt, bis es zu einer Spielunterbrechung kommt. Und somit gibt es bei drei Punkten Unterschied eben immer noch die Möglichkeit für das zurückliegende Team, das Match noch zu drehen. Ist heute aber nicht passiert.

Fans
Fans
Was mich ziemlich irritiert hat, war der Event-Charakter der Veranstaltung. So wurde in jeder Unterbrechung laute Musik eingespielt. Und von den Unterbrechungen gibt es im Rugby viele. Man stelle sich vor, in der Bundesliga wird bei jedem Eckball, jedem Freistoß und jedem Einwurf ein musikalischer Gassenhauer durch die Boxen gepustet. Das Publikum hier hat die Animation jedenfalls dankend angenommen. Speziell unser Block war extrem tanzfreudig, auch angestachelt durch die „Dance Cam“, die überwiegend unseren Block gefilmt hat. Andere Länder, andere Sitten. Ich hoffe, dass das beim Fußball noch lange fernbleibt.

Als Halbzeitspiel gab es die Rugby-Variante vom „(un)möglichen Superschuss“. Die Kandidaten sollten von der Mittellinie den Rugbyball an die Querlatte kicken. Es winkten 100.000 Rand Preisgeld, was gut 5.000 € entspricht. Die Schüsse waren allerdings alle sehr weit daneben. Keine Ahnung, ob das jemals jemand geschafft hat oder schaffen wird.

Fazit: Die unerwarteten Events sind doch die schönsten. Und so habe ich heute spontan meinen sechsten Rugby-Länderpunkt eingesammelt. Das Spiel war mittelmäßig, dafür am Schluss sehr spannend. Und das Stadion absolut sehenswert. Besser konnte der Urlaub nicht beginnen.


Ticket
Aufstellung:
Bulls:
Willie le Roux; Canan Moodie (Jooste 56′), Stedman Gans, Harold Vorster (Kriel 65′), Kurt-Lee Arendse; Handré Pollard, Embrose Papier (Burger 72′); Gerhard Steenekamp (Wessels 49′), Johan Grobbelaar (Van Staden 49′), François Klopper (Mchunu 49′); Ruan Vermaak, Ruan Nortjé; Marcell Coetzee, Elrigh Louw (Hanekom 49′), Nizaam Carr (Wiese 56′)
Trainer: Johan Ackermann

Munster Rugby:
Ben O’Connor; Calvin Nash (Hanrahan 24′), Dan Kelly, Alex Nankivell, Seán O’Brien; Jack Crowley, Craig Casey (C); Michael Milne (Loughman 48′), Diarmuid Barron (Scannell 34′), Michael Ala’alatoa (Ryan 48′); Jean Kleyn (Hodnett 59′), Fineen Wycherley; Tom Ahern (E Edogbo 61′), Alex Kendellen, Brian Gleeson (S Edogbo 41′)
Trainer: Clayton McMillan
Punkte:
TRIES
Bulls: Papier 29., 46. - Moodie 34., 57.
Munster: O'Brien 19. - Ahern 41., 51. - O'Connor 66. - Edogbo 74.

CONVERSIONS
Bulls: Pollard 30., 35., 46., 58.
Munster: Crowley 20., 52., 67.

PENALTIES
Bulls: Pollard 60., 72.
Schiedsrichter: Hollie Davidson


Weitere Bilder

Stadion
Stadion
Stadion
Stadion
Tafel
Tafel
Kassenhäuschen
Kassenhäuschen
Eingang
Eingang
Loftus Islekker
Loftus Islekker
Statur
Statur
Tribüne
Tribüne
Eingangstunnel
Eingangstunnel
Einlauf der Bulls
Einlauf der Bulls
Fans
Fans
Tribüne
Tribüne
Gasse
Gasse
Gasse
Gasse
Spiel
Spiel
Spiel
Spiel
Spiel
Spiel
Spiel
Spiel
Spiel
Spiel
Haupttribüne
Haupttribüne
Wir
Wir
Haupttribüne
Haupttribüne
Gästeblock
Gästeblock
Spiel
Spiel
Aussen
Aussen
Gate 03
Gate 03

Persönliche Statistik:

Es war mein erster Besuch im Loftus Versfeld Stadium, d.h. es war ein weiterer Ground in meiner Sammlung. Er war:
  • Mein 774. Ground (inkl. aller Sportarten)
  • Mein 9. Rugby-Ground
  • Mein 1. Ground in Südafrika
  • So kann ich hiermit meinen 39. Länderpunkt verbuchen.
  • Mein 1. Rugby-Ground in Südafrika
  • So kann ich hiermit meinen 6. Rugby-Länderpunkt verbuchen.
Dieses Sportereignis war außerdem:
  • Mein 10. Rugbyspiel insgesamt
  • Mein 979. Sportereignis insgesamt
  • ← Vorheriges Sportereignis

Loftus Versfeld Stadium

Artikel bei Wikipedia →

Copyright © Christopher Voitus 2026 | Impressum/Kontakt | Datenschutz