Berliner HC
-
Schwarz-Weiß Köln
10:13
(5:3, 1:4, 0:3, 4:3)
Lacrosse, Deutsche Meisterschaft (2025/26), Halbfinale
Freier Eintritt
Vor ein paar Jahren war ich regelmäßig hier auf dem Kunstrasen des Sparda Bank Sportparks - mal zum Stützpunkttraining "meiner" D-Jugend-Kicker, mal zur Trainerfortbildung für mich. Zweimal kamen nach uns Lacrosse-Spieler für ihr Training. Da ich immer mal wieder auf der Suche nach exotischen Sportarten bin, hatte ich mir das abgespeichert, aber irgendwie nie wirklich weiter verfolgt. Doch kürzlich fiel es mir wieder ein, ich hab mal geschaut, wann sie spielen, und wie der Zufall es will, findet dieses Jahr die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft hier auf dem Platz in Karlsruhe statt. Ja top, wenn nicht jetzt, wann dann?
Ich hab die Sportart bisher nie gesehen und mir gestern zum ersten Mal die Regeln durchgelesen. Männer und Frauen haben signifikant unterschiedliche Regeln und so war klar, dass ich gerne ein Spiel von beiden sehen möchte.
An der Endrunde nehmen die Top-4-Teams der Männer und die Top-4-Teams der Frauen teil. Am Samstag werden die vier Halbfinals ausgetragen, am Sonntag steigen dann die Spiele um Platz 3 sowie als Höhepunkt die Finals. Am Sonntag hatte ich keine Zeit und so hab ich mir heute zwei Halbfinals gegeben. Los ging es mit dem Frauenspiel zwischen Berliner HC und Schwarz-Weiß Köln.
Gespielt wird mit neun Feldspielern und einem Torwart pro Team. Die Feldgröße entspricht ungefähr einem Fußballfeld. Gewonnen hat die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt. Wobei die Tore selber Ähnlichkeit zu Eishockeytoren haben, denn sie stehen nicht auf der Grundlinie, sondern im Feld. Das heißt, das Spiel kann auch hinter dem Tor stattfinden. Der Ball aus Hartgummi wird vorrangig mit einem Stick transportiert, der am Ende ein Netz hat. Ein einzelner Spieler kann den Ball so lange halten und so weit laufen, wie er möchte. Begrenzt wird das nur durch eine maximale Angriffszeit von 80 Sekunden. Bei den Männern ist es fast Vollkontakt-Sport, bei den Frauen ist der Kontakt hingegen stark reglementiert.
Ich habe keine einzige Werbung irgendwo für das Event gesehen und vermutlich ist auch die Lacrosse-Community überschaubar groß. Entsprechend hielt sich auch der Zuschauerzuspruch in Grenzen. Auf der Gegengerade gibt es eine kleine Tribüne, die war ordentlich gefüllt. Wobei dort auch die Spieler der anderen Teams saßen. Der Eintritt war kostenlos, sodass die Veranstaltung nur Einnahmen über die Verpflegung generieren konnte. Also ich würde mal sagen: Die Sportart hat den Hobby-Status nicht verlassen.
Hätten hier nicht ein paar Spiele stattgefunden, hätte das auch eine Rauschmittelveranstaltung sein können. Auf der Tribüne war eine Gruppe Kölner Fans, die bei jedem Tor „getrichtert“ haben. Heißt: Sie hatten einen Schlauch mit Trichter oben dran, einer nahm den Schlauch in den Mund und ein anderer hat von oben Bier in den Trichter gekippt. Da Lacrosse ein torreiches Spiel ist, haben sie bei der Partie 13 Pils getrichtert. Ein paar KIT-Spieler haben sich später darüber unterhalten, wie viele Biere sie heute noch trinken können, um morgen noch halbwegs spielfähig zu sein. Andere meinten, beim Hamburger Team kiffe sowieso jeder. Und etwas abseits des Feldes lag schon um 15 Uhr eine kreidebleiche Alkoholleiche, während die Kumpels munter weiter gebechert haben. Ob das jetzt alles Zufall war oder die Lacrosse-Szene wirklich ein Suchtproblem hat, weiß ich natürlich nicht. Mein persönlicher Eindruck bleibt trotzdem hängen.
Was ich jetzt vom Sport halten soll, weiß ich gar nicht so genau. Quidditch fand ich komplett weird, Rugby hat mich sofort begeistert. Ich glaube, Lacrosse liegt irgendwo dazwischen, so auf einer Ebene mit Faustball – irgendwie komisch, aber irgendwie hat es auch was.
Und in 30 Minuten geht es weiter mit dem Halbfinale der Männer.
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Persönliche Statistik:
- Mein 784. Ground (inkl. aller Sportarten)
- Mein 1. Lacrosse-Ground
- Mein 573. Ground in Deutschland
- Mein 1. Lacrosse-Ground in Deutschland
- So kann ich hiermit meinen 1. Lacrosse-Länderpunkt verbuchen.
- Mein 742. Sportereignis in Deutschland
- Mein 989. Sportereignis insgesamt