FC Basel
-
FC Barcelona
2:5
(1:1)
36.000 Zuschauer (ausverkauft)
Fußball, Freundschaftsspiel (2026/27)
Eintritt: 30 Fr.
Eigentlich hatte der FC Barcelona an diesem Wochenende ein Testspiel in Marokko geplant. Doch die Partie wurde kurzfristig abgesagt und Barça stand plötzlich ohne Gegner da. Der FC Basel sprang kurzerhand als Ersatz ein.
Das Kuriose an der Sache: Für Barcelona war die Partie tatsächlich ein Vorbereitungsspiel, für Basel dagegen fand sie mitten im laufenden Spielbetrieb statt. Die Schweizer Super League war bereits seit Ende Juli im Gange und der FCB hatte an diesem Wochenende sogar noch ein Pflichtspiel auf dem Programm. Am Samstag, also nur einen Tag vor dem Spiel gegen Barça, ging es im Schweizer Cup zum FC Courtételle aus der 1. Liga. Dort gewann Basel übrigens locker mit 6:1.
Aus eigenem Antrieb wäre ich heute eher nicht zu diesem Spiel gefahren. Schon deshalb, weil ich überhaupt nichts von der Partie gewusst hätte. Mein Sohn ist allerdings Barça-Fan und hatte die Idee, nach Basel zu fahren. Nun ist heute mein Geburtstag und ich hätte durchaus bei Kaffee und Kuchen auf dem heimischen Balkon sitzen können. Andererseits kann ich mir Schlimmeres vorstellen, als diesen Tag im Stadion zu verbringen. Und so hatte er mich recht schnell überzeugt, zumindest einmal die Ticketsituation zu checken.
Die Ansetzung der Partie war wie gesagt ziemlich kurzfristig und der FC Basel auf den erwartbaren Run auf die Tickets überhaupt nicht vorbereitet. Eine Vorverkaufsphase für Mitglieder lief wohl noch problemlos. Doch als der freie Verkauf startete, war der Ansturm so groß, dass die Server direkt in die Knie gingen. Daraufhin wurde der Verkauf für einen Tag ausgesetzt und die IT musste unter Hochdruck erst einmal einen virtuellen Warteraum programmieren, um die Last beim zweiten Versuch am Folgetag in den Griff zu bekommen.
Ich war beim zweiten Versuch zwei Minuten vor dem offiziellen Verkaufsstart auf der Seite und landete bereits auf Warteposition 3.500. Mein Sohn kam eine Minute später dazu und war schon auf Position 42.000(!). Irre.
Nach knapp 20 Minuten war ich schließlich an der Reihe. Bis auf den Gästeblock und ein paar einzelne Plätze auf den anderen Tribünen war allerdings alles weg. Der Gästeblock diente bei diesem Spiel ohnehin als Heimbereich, also habe ich dort kurzerhand zugeschlagen.
Dabei konnte man förmlich zusehen, wie die Plätze verschwanden. Ich hatte zwei Plätze angeklickt und zack – war ein angrenzender Platz plötzlich weg. Mit flinken Fingern konnte ich schließlich noch drei Tickets nebeneinander ergattern. Damit waren wir dabei. Kurze Zeit später meldete der FCB: ausverkauft. 30 Schweizer Franken haben wir für die günstigste Kategorie bezahlt. Für ein Freundschaftsspiel schon ein stolzer Preis. Wenn man allerdings die enorme Nachfrage gesehen hat, hätte der FC Basel vermutlich auch deutlich mehr verlangen können.
Der St. Jakob-Park ist mit 36.000 Sitzplätzen das größte Fußballstadion der Schweiz. Selbst das Nationalstadion Wankdorf in Bern fasst mit 31.000 Zuschauern deutlich weniger. Für mich war es dabei keine Premiere im Joggeli. Bereits 2002, nur ein Jahr nach der Eröffnung, war ich schon einmal hier. Damals ging es für Basel in der Champions-League-Qualifikation gegen Celtic.
Rund um uns herum trug die Mehrheit der Zuschauer ein Barça-Trikot. Geschätzt 80 Prozent der Beflockungen lauteten „Lamine Yamal“. Yamal stand jedoch nicht in der Startelf und saß auch nach der Pause erst einmal auf der Bank.
Irgendwann erhob er sich schließlich und machte sich auf den Weg Richtung Eckfahne zum Aufwärmen. Krass, was in diesem Moment auf den Tribünen passierte. Hunderte Kinder und Jugendliche strömten aus allen Richtungen zum Zaun, nur um einen Blick auf den Jungstar zu erhaschen.
Es mag bei Barcelona Topspieler wie Raphinha oder Dani Olmo geben. Aber Yamal ist offenbar derjenige, der die Massen elektrisiert. Ja, der Junge ist schon verdammt gut. Aber ein Überspieler, der alles andere in den Schatten stellt? So ganz verstehe ich den Hype um ihn ehrlich gesagt nicht. In der 65. Minute kam Yamal dann tatsächlich ins Spiel. Er kickte allerdings eher lustlos vor sich hin, konnte sich aber immerhin mit einem verwandelten Elfmeter in die Torschützenliste eintragen.
Insgesamt war Barcelona deutlich überlegen. Basel hatte zwar die eine oder andere Chance und konnte sogar zwei Treffer erzielen, eine echte Chance auf einen Sieg hatte der FCB aber nie. Über weite Strecken liefen die Schweizer schlicht dem Ball hinterher. Am Ende stand ein 2:5 auf der Anzeigetafel.
Wer im Sommer in Basel unterwegs ist und neben den Stadionbesuchen noch etwas Zeit hat, sollte auf jeden Fall die Badesachen einpacken. Ein echtes Highlight ist das Rheinschwimmen. Hier kann man sich einfach den Rhein runter durch Basel treiben lassen. Ein- und Aussteigen kann man an verschiedenen Stellen entlang der Strecke.
Und wer keinen wasserdichten Sack für seine Habseligkeiten dabei hat (denn man treibt ja flussabwärts und kommt eben nicht da wieder da raus, wo man eingestiegen ist), kann sich in Basel kurzerhand einen sogenannten Wickelfisch kaufen. Der gehört beim Rheinschwimmen quasi zur Grundausstattung. „Dank“ der Klimaerwärmung hatte der Rhein heute warme 25 °C. Das war schon fast ein bisschen wie im Spa.
Fazit: Sehr schöner Tag in Basel! Und mal wieder ein Beweis dafür, dass man manchmal einfach auf seine Kinder hören kann.
Tore:
1:1 Jean Doucoure (43.)
1:2 Hamza Abdelkarim (49.)
1:3 Lamine Yamal (81., Elfmeter)
2:3 Kazeem Olaigbe (84., Elfmeter)
2:4 Jesse Bisiwu (89.)
2:5 Jesse Bisiwu (90.+1)
Aufstellung:
FC Basel:Trainer: Stephan Lichtsteiner
FC Barcelona:
Trainer: Hansi Flick
Weitere Bilder
Persönliche Statistik:
Dieses Sportereignis war:- Mein 13. Fußballspiel in Schweiz
- Mein 809. Fußballspiel insgesamt
- Mein 19. Sportereignis in Schweiz
- Mein 1012. Sportereignis insgesamt
- Mein 2. Sportereignis im St. Jakob-Park