FC Bayern Alzenau
-
FSV Frankfurt
1:3
(0:2)
1.115 Zuschauer (davon 100 Gästefans)
Fußball, Regionalliga Südwest (2025/26), 32. Spieltag
Eintritt: 13 €
Was beneide ich die Groundhopper um ihre Geschichten, wenn sie mal wieder ein Wochenende in Belgien, Tschechien oder der Schweiz waren, um dort die ein oder zwei neu gebauten Grounds zu machen und somit Liga 1 und 2 erneut zu komplettieren. Ich selber hab bisher nicht mal die Regionalliga Süd geschafft. Ich bin mit zwei fehlenden Kreuzen in diese Saison gestartet: Bezirkssportanlage Mombach (Schott Mainz) und MAIREC-Arena (Bayern Alzenau). Klang eigentlich machbar. Nach 30 Spieltagen muss ich konstatieren: Die Herausforderung war zu groß – Schott Mainz wird diese Saison nix mehr. Aber Bayern Alzenau kann ich heute endlich abhaken.
Bayern
Obwohl Alzenau das "Bayern" im Namen trägt, spielen sie seit 1992/93 im hessischen Fußballverband. Alzenau liegt am äußersten Nordwest-Zipfel Bayern und damit praktisch im Rhein-Main-Gebiet. Auch historisch gehörte es lange zu hessischen Grafschaften und wurde erst 1816 dem Königreich Bayern zugeschlagen. Was immer man von diesen Verbandswechseln hält, logistisch erscheint mir das auf jeden Fall sinnvoll. In der Reihe der Verbandswechsel fallen mir noch mehr Vereine ein: 1. SV Mörsch (liegt in Baden, spielt in Südbaden), SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf (liegt in Brandenburg, spielt in Berlin) und TSV Amicitia Viernheim (liegt in Hessen, spielt in Baden). Wobei bei Alzenau nicht der komplette Verein den Verband gewechselt hat. Einige Zuschauer, die aussahen wie Jugendtrainer, trugen T-Shirts mit ‚Bayerischer Fußball-Verband‘, und bei Wikipedia steht, dass mindestens die F- und E-Jugend weiterhin in Bayern spielt.
Ground
Die MAIREC-Arena ist der aktuell zweitkleinste Ground der Regionalliga Süd. Sie hat eine Kapazität von 3.500 Zuschauern, davon 360 überdachte Sitzplätze. Kleiner ist nur der Kunstrasen von Schott Mainz. Wobei mir das ein Rätsel ist, wo da 3.000 Leute stehen sollen. Links und rechts neben der Sitzplatztribüne gibt es überschaubar große Stehtribünen, die haben gerade mal vier Stufen. Die Gegengerade ist zwar kompletter Stehbereich, aber auch nur mit vier Stufen. Die Hintertorseite am Haupteingang ist sogar ebenerdig. Allein der Gästeblock wirkt nach signifikantem Fassungsvermögen. Dazu sind die drei Seiten mit hohen, engen Zäunen umgeben, was schon sichteinschränkend ist. Also ich glaube, wenn das mal voll ist, sieht die Hälfte der Anwesenden eher mäßig.
Direkt hinter der Haupttribüne liegt das ursprüngliche Stadion, das Städtisches Stadion am Prischoß. Zu dieser alten Heimstätte gibt’s einen Groundhopping-Bericht von 2005. Das Stadion hat offiziell sogar ein Fassungsvermögen von 5.300 Zuschauern, aber ist vermutlich nicht regionalligatauglich. Und so hat man irgendwann den Nebenplatz ausgebaut und spielt nun hier.
Zuschauer
Gut 1.100 Zuschauer wollten das Spiel heute sehen – das war somit weit weg von Gedränge. Ich stand rechts neben der Haupttribüne mit perfektem Blick auf den Gästeblock. Um mich herum viele Kinder, sodass mir niemand Großes vor der Nase stand. Die Sicht aufs Spielfeld ist okay, wobei die Tribüne sowie ein Hinweisschild für den Notausgang schon einen Teil des Feldes verdecken. Für mich heute völlig okay, aber wer das komplette Spiel verfolgen will, sollte doch lieber in einen Sitzplatz investieren.
Eine wirkliche Heimkurve hat Bayern Alzenau nicht. Links neben der Sitzplatztribüne stehen zwar ein paar Jungs mit blauen Luftballons und einer Bayern-Zaunfahne, aber viel Stimmung kommt da nicht. Daher war ich ganz froh, dass der Gästeblock des FSV Frankfurt gut gefüllt und sangesfreudig war. Es gab nur kurze Phasen der Ruhe, ansonsten haben sie ausdauernd durchgesungen. Spannenderweise haben sie sich nicht mal durch die Tore der eigenen Mannschaft stören lassen. Wenig Jubel, einfach weitergesungen.
Sportliches
Schon vor dem Spieltag standen die vier Absteiger aus der Regionalliga Süd fest. Einer davon Bayern Alzenau. Sie waren erst zu dieser Saison aufgestiegen und gehen nun direkt wieder runter. Aktuell sind sie 15. und damit erster Abstiegsplatz. Wobei das schon noch das Ziel sein könnte, diesen Platz zu halten. Falls jemand die Lizenz nicht bekommt, wären sie somit ersten Nachrücker auf den Klassenerhalt.
Von den vier Neulingen, die in die Regionalliga aufgestiegen sind, gehen drei direkt wieder runter (Bayern Alzenau, Schott Mainz, TSG Balingen). Und der vierte Neuling, Sonnenhof Großaspach, verlässt die Liga mit einem Durchmarsch nach oben, sie stehen schon jetzt als Meister fest. Und somit bestehen die letzten vier Spieltage nur noch aus "Freundschaftsspielen". Der FSV Frankfurt war vor dem Spiel Siebter, wobei Platz drei in greifbarer Nähe ist. Das ist vermutlich auch ein lohnenswertes Ziel. Und damit revidiere ich meine Aussage mit den Freundschaftsspielen direkt wieder.
Das Spiel an sich war kein Burner. Der FSV war etwas besser und führte zur Pause mehr oder weniger verdient mit 0:2. Es folgte das 0:3 und eigentlich war damit der Deckel drauf. Wie es so ist mit dem "eigentlich". Alzenau kam irgendwie zum 1:3 und in der 76. Minute holte sich ein Frankfurter die Gelb-Rote Karte ab. Ab da war es ein sehr munteres Spiel, bei dem Alzenau gewittert hat, dass hier noch was gehen kann. Am Ende hat es der FSV aber über die Bühne gebracht.
Für mich ging es nun schnell zum dritten Spiel des heutigen Tages nach Kleestadt.
Aufstellung:
FC Bayern Alzenau:Trainer: Angelo Moro
FSV Frankfurt:
Trainer: Tim Görner
Tore:
0:2 Farouk (45.+2)
0:3 H. Bukusu (54.)
1:3 Boutakhrit (68.)
Gelb-Rote Karte:
Weitere Bilder
Externe Berichte:
- FSV Frankfurt FC Bayern Alzenau vs. FSV Frankfurt 1:3
- kicker.de Bayern Alzenau - FSV Frankfurt (Regionalliga Südwest)
Persönliche Statistik:
- Mein 782. Ground (inkl. aller Sportarten)
- Mein 627. Fußball-Ground
- Mein 571. Ground in Deutschland
- Mein 458. Fußball-Ground in Deutschland
- Mein 591. Fußballspiel in Deutschland
- Mein 786. Fußballspiel insgesamt
- Mein 740. Sportereignis in Deutschland
- Mein 987. Sportereignis insgesamt