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VfB Stuttgart VfB Stuttgart - BSC Young Boys BSC Young Boys 3:2 (2:1)

VfB Stuttgart - BSC Young Boys
MHPArena
57.000 Zuschauer (davon 200 Gästefans) (ausverkauft)
Donnerstag, 29. Januar 2026, 21:00 Uhr
Fußball, UEFA Europa League (2025/26), 6. Spieltag
Eintritt: 70 €

Außenansicht
Außenansicht

Wenn ich mich an einen Spielbericht setze, schreibe ich für gewöhnlich einfach los – ohne festen Plan und feste Struktur. Heute habe ich so viele Punkte im Kopf, doch wo fange ich an. Am besten damit, warum ich eigentlich hier war.

Anlass

Es war heute mein siebter Besuch im Stuttgarter Stadion. Der letzte Besuch liegt schon fast 18 Jahre zurück – im Sommer 2008 gegen Saturn Ramenskoje. Da hieß der Ground noch Gottlieb-Daimler-Stadion und besaß noch eine Laufbahn. 2009 begann dann der Umbau zum reinen Fußballstadion. Für mich war das kein großes Ding, bis ich gesehen habe, dass europlan-online.de es als neues Stadion auflistet. Und so habe ich es abgespeichert unter: „Das mach ich mal irgendwann, ist ja nicht weit weg“. Jahr um Jahr verging, bis ich im November schließlich dachte: Jetzt muss ich mal Butter bei die Fische geben. Da ich nicht so der Fan von Bundesligaspielen bin, fand ich die verbleibenden Europa-League-Spiele des VfB ganz reizvoll. Ein kleiner Haken an der Sache war lediglich, dass Tickets nur an Mitglieder verkauft wurden. Doch wie der Zufall es will, habe ich im Mai in Berlin einen VfB-Fan kennengelernt. Er hat mir netterweise direkt geholfen und zwei Tickets für meinen Sohn und mich besorgt. Lieber Andreas, nochmal vielen Dank dafür!

Anfahrt

Schalparade
Schalparade
Bis zur MHPArena, wie der Ground aktuell heißt, sind es keine 80 km. Und trotzdem ist es eine halbe Weltreise. Sich am Donnerstagabend über die A8 zu kämpfen, ist kein Spaß. Seit 2021 wird die Enztalquerung bei Pforzheim auf sechs Spuren ausgebaut. Es ist schon weit vorangeschritten, aber verursacht weiterhin kilometerlangen Stau. Und so hat Google Maps uns wieder einmal quer durch Pforzheim geleitet. Das ist genauso schnell wie schön - nämlich gar nicht – doch irgendwann hatten wir es bis zur Landeshauptstadt geschafft. Parken in Stuttgart, wenn zusätzlich zum normalen Stadtgedränge noch 57.000 Leute zum Stadion wollen, hab ich gar nicht erst versucht. So haben wir in Vaihingen, einem äußeren Stadtbezirk von Stuttgart, geparkt. Von dort waren es 20 Minuten mit der S-Bahn und dann nochmal gute 20 Minuten Fußmarsch zum Stadion. Am Ende waren es knapp 2½ h von der Haustür bis zum Drehgitter.

Stadion

Schalparade
Schalparade
Es war großartig, das umgebaute Stadion heute gesehen und „abgehakt“ zu haben. Wobei ich das Stadion gar nicht so dolle finde. Manchmal komme ich in Stadien und denke: „Wow!". Doch hier war das irgendwie nicht so. Warum weiß ich gar nicht genau. Punkt eins ist vielleicht der eher triste Weg von der S-Bahn zum Stadion. Man läuft die Mercedesstraße entlang, aber wird nicht vom Stadion begrüßt. Es gibt keine alles überragenden Flutlichtmasten und das Stadion wird vom direkt davor stehenden Hilton-Hotel verdeckt. Vielleicht ist es auch die Farbe, denn das komplette Stadion ist in roter Vereinsfarbe gehalten. Rot ist aber eine Alarmfarbe und damit nicht wirklich schön. Und drittens bin ich nicht so ein Freund der Einheitsarchitektur. Hier wirken die Tribünen doch eher homogen und damit für mein Empfinden eher langweilig. Also das Stadion ist durchaus sehenswert, kann aber nicht mit Perlen wie dem Ludwigsparkstadion, dem Stadiumi Loro Boriçi oder dem Stade Louis II mithalten.

Papierticketaktion

Papierticket
Papierticket
Vor dem Stadion wurden uns zwei Papiertickets in die Hand gedrückt. Das waren Nachbildungen von richtigen Eintrittskarten, und die Aktion stand unter dem Motto Eintrittskarten – Ein Andenken fürs Leben!. Verantwortlich für die Aktion ist die Ultras Schwaben Kompanie Stuttgart 2006. Ein Auszug: „Dieser Einsatz mündet in der aktuellen Aktion, eigens hergestellte Eintrittskarten zu verteilen, um auf das Verschwinden genau jener aufmerksam zu machen. Mit dem VfB sind wir bereits im Austausch, welche Möglichkeiten es gibt, die klassische Eintrittskarte bei uns im Neckarstadion bewahren zu können.“

Wie jeder Groundhopper finde auch ich Eintrittskarten bei Spielen attraktiv. Früher habe ich die analogen Tickets sorgfältig in ein Album geklebt und konnte so in Erinnerungen schwelgen. Das hat sich bei mir persönlich jedoch gewandelt. Seitdem ich die Webseite habe, dokumentiere ich meine Spiele eh digital. Da lassen sich digitale Tickets sogar etwas leichter einbinden. Und die Tickets sind neben Fotos und gelegentlichen Spielberichten nur noch eines von mehreren Erinnerungsstücken.

Irgendwie schätze ich auch den Vorteil der digitalen Tickets. Früher musste ich rechtzeitig bestellen und dann auf die Post warten, bis die Tickets zugestellt waren. Heute bestelle ich und habe die Tickets umgehend. Zudem ist es in der heutigen Zeit mit den oft ausverkauften Stadien riskant, direkt vor Ort ein Ticket zu holen. Früher bin ich einfach zu den Spielen gefahren und war sicher, noch Tickets an der Abendkasse zu bekommen. Heutzutage sind teils Drittligaspiele schon Tage vorher ausverkauft.

Ich verstehe trotzdem jeden, der ein haptisches Verlangen nach Papiertickets hat. Mir persönlich würde es reichen, wenn die Vereine sich mehr Mühe mit dem Design der Digitaltickets geben würden.

Gästefans

Gästeblock
Gästeblock
Unsere Plätze befanden sich im Oberrang nahe dem Gästeblock. Doch der erste Blick von oben in eben diesen war erschreckend – denn der Block war leer, nicht ein Berner Anhänger drin. Das ließ nichts Gutes erwarten. Und ich hatte mich so richtig auf den stimmungsvollen Gästeblock direkt neben uns gefreut. Eine kurze Internetrecherche hat die Befürchtung bestätigt, da kommt heute keiner mehr. Aufgrund des Fehlverhaltens einzelner Fans beim Auswärtsspiel bei Aston Villa wurden die YB-Fans mit einem Gästeverbot für dieses Spiel belegt. Drecks UEFA! Sippenhaft, oder wie es heute heißt Kollektivstrafen, ist ein eigentlich überholtes Rechtsprinzip aus dem Mittelalter und dem Stalinismus - oder halt bei der UEFA. Dass viele der Fans keine Waisenknaben sind, ist unbestritten. Aber wenn jemand Mist gebaut hat, gibt es Polizei und Justiz, um ihrer habhaft zu werden und sie ggf. zu sanktionieren. Aber wie in dem Fall, 2.500 weitere und überwiegend unbeteiligte Fans von diesem Spiel hier auszuschließen, geht schlicht nicht.

Wir waren dann erstmal wieder im Stadionumlauf und ich musste meine Enttäuschung verarbeiten. Und dann geschah ein Wunder. Als wir wieder hoch auf unsere Plätze sind, war eine Gruppe von YB-Fans kurz davor, ihr Banner auszurollen. Die UEFA-Sanktion lautete anscheinend wie folgt: YB-Fans werden vom Spiel ausgeschlossen, der Gäste-Stehplatzbereich bleibt geschlossen, aber der Gäste-Sitzplatzbereich darf als zusätzlicher Heimbereich verkauft werden. Und anscheinend haben hier die VfB-Fans unterstützt, geschätzte 200–300 Tickets besorgt und an die Schweizer Fans weitergegeben. Großartig! Somit gab es doch einen kleinen, aber feinen Gästeblock. Die Jungs haben richtig gut Stimmung gemacht.

Heimfans

Finale Choreo
Finale Choreo
Die VfB-Fans starteten die Partie mit einer beeindruckenden Choreo. Zuerst rollte die Cannstatter Kurve ein großes Banner: „Unsere Farben sind weiß und rot!“ aus. Dazu wurde die ganze Kurve durch Foliendoppelhalter in die beiden Vereinsfarben getaucht. Als Höhepunkt gab es ein zentrales Hochziehelement - eine Person mit einem großen VfB-Schal. (Wobei ich nicht weiß, ob die abgebildete Person jemand Bekanntes oder schlicht irgendjemand war) Immer wieder verrückt, dass die Fans hunderte Arbeitsstunden investieren für am Ende nur wenige Minuten Choreo. Ich fand es jedenfalls großartig!

Bei Eckbällen steht das komplette Stuttgarter Stadion auf und kreist die Schals. Das habe ich so noch nirgendwo anders gesehen. Das entfaltet jedenfalls eine schöne Wirkung.

Auch interessant fand ich die Steherquote im Unterrang. Die haben eigentlich die besten Plätze im ganzen Stadion und zahlen mit Sicherheit ein Arsch voll Geld für ihre Sitzplätze. Aber statt zu sitzen, standen sie gefühlt die meiste Zeit. Getreu dem Motto „Sitzen ist für’n Arsch“.

UEFA Mafia

Respect Fans
Respect Fans
Wenn es um Fanbelange geht, zeigt die UEFA schon lange ihre völlige Ignoranz. Die heutige Kollektivstrafe gegen die Berner Fans war einfach nochmal eine Schippe drauf. Und so gab es einige Aktionen gegen diese Mafia-Organisation. So zeigten die Berner Fans eine Tapete mit „Gemeinsam gegen die UEFA. Nein zu Kollektivstrafen!“. Dazu schallte der laute Wechselgesang „Scheiß UEFA!“ - "Scheiß UEFA!“ durchs Stadion. Ich hatte nicht gedacht, dass ich in meiner Funktion als Fußballtourist heute in einen Fangesang einstimme, aber da konnte ich nicht anders.

Doch das Beste von allem war ein ziemlich großes Banner in der Cannstatter Kurve. Es war die Nachbildung und leichte Abwandlung der UEFA-Kampagne „Respect“. So wurde das UEFA-Wappen um den Zusatz „Mafia“ erweitert und der Slogan hieß „Respect Fans“. Treffender hätte es nicht sein können. Ich liebe diese Kreativität der aktiven Fanszenen.

Ausgangslage

Mannschaftsbegrüßung
Mannschaftsbegrüßung
Neben all den spannenden Fan-Belangen ging es natürlich auch sportlich um etwas. Es war der achte und letzte Spieltag der Europa-League-Gruppenphase. Der VfB Stuttgart hatte bis dahin zwölf Punkte gesammelt und stand auf Platz 13. Damit war die Teilnahme an den Play-offs bereits sicher. Bei einem eigenen Sieg und Punktverlusten von mindestens fünf Konkurrenten war sogar die Top-8 drin. Das war zwar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Die Young Boys aus Bern standen bei neun Punkten und Tabellenplatz 23. Mit einem heutigen Sieg wären sie sicher in den Play-offs gewesen, bei Unentschieden oder Niederlage hätten sie auf Niederlagen der Konkurrenz hoffen müssen.

Spiel

Eckball YB
Eckball YB
Der VfB übernahm direkt die Spielkontrolle und führte nach sieben Minuten mit 2:0. Mein erster Gedanke ist dann immer: Das wird zweistellig. Doch mit dem zweiten Gedanken fällt mir auf, dass ich viele ähnliche Spiele gesehen habe, bei denen das nichts zu sagen hatte und sich die Kräfteverhältnisse während des Spiels gedreht haben. Und so war es heute auch. Obwohl Stuttgart auch das 3:0 hätte erzielen können, glich Bern nach einer knappen Stunde aus. In der Folge hatten die Schweizer noch zwei Hochkaräter, bei denen ihr Stürmer am Ende die falsche Entscheidung traf und die Führung verpasste. Das sollte sich aus Berner Sicht rächen. So fuhr Stuttgart in der 90. Minute einen schnellen Angriff und erzielte das 3:2. Für die Young Boys bedeutete dieser Treffer das Aus in der diesjährigen Europa League, denn mit der Niederlage fielen sie in der Abschlusstabelle auf Rang 25 zurück. Brann Bergen dürfte sich beim VfB bedankt haben und freute sich stattdessen über Rang 24.

Der VfB landete mit dem Sieg auf Rang elf. Die beiden möglichen Play-off-Gegner waren damit Ludogorez Rasgrad und Celtic F.C. Ich bin mir recht sicher, welchen Gegner die meisten VfB-Anhänger bevorzugt haben. Und so kam es auch, die Losfee hat am Folgetag Celtic rausgepickt.

Side fact: Mit Javier Alberola Rojas pfiff heute der gleiche Schiedsrichter wie beim Conference-League-Spiel Racing Strasbourg - Crystal Palace.

Fazit

Das war ein spannender Ausflug. Ich bin rundum zufrieden.


Ticket
Aufstellung:
VfB Stuttgart:
Bredlow – Assignon (88. Vagnoman), Jeltsch, Chabot (68. Hendriks), Mittelstädt – Stiller (68. Karazor), Chema – Bouanani, Undav (68. El Khannouss), Führich (68. Leweling) – Demirovic
Trainer: Sebastian Hoeneß

BSC Young Boys:
Keller – Janko, Wüthrich, Lauper, Benito – Gigovic (78. Pech), Fernandes, Fassnacht (78. Males), Sanches, Joel Monteiro (78. Virginius) – Bedia (63. Cordova)
Trainer: Gerardo Seoane
Tore:
1:0 Undav (6.)
2:0 Demirovic (7.)
2:1 Gigovic (42.)
2:2 Lauper (57.)
3:2 Chema (90.)
Schiedsrichter: Javier Alberola Rojas


Weitere Bilder:

Außenansicht
Außenansicht
Außenansicht
Außenansicht
Schalparade
Schalparade
Cannstatter Kurve
Cannstatter Kurve
Beginn der Choreo
Beginn der Choreo
Choreo Phase 2
Choreo Phase 2
Choreo Phase 2
Choreo Phase 2
Zuschauer
Zuschauer
„Gute Reise ins Paradies, Anhänger von PAOK“
„Gute Reise ins Paradies, Anhänger von PAOK“
Respect Fans
Respect Fans
Nein zu Kollektivstrafen
Nein zu Kollektivstrafen
Eckball YB
Eckball YB
Unterrang steht
Unterrang steht

Externe Berichte:

  • stuttgarter-nachrichten.de Wie es die YB-Fans doch ins Stadion geschafft haben
  • bernerzeitung.ch Acht YB-Fans werden nach Ausschreitungen im Villa-Stadion verhaftet
  • faszination-fankurve.de Ostkurve Bern trotz Verbot beim Spiel in Stuttgart und gemeinsame Stellungnahme der Fankurven

Die Saison:

  • UEFA Europa League 2025/26 (Wikipedia)

Persönliche Statistik:

Dieses Sportereignis war:
  • Mein 574. Fußballspiel in Deutschland
  • Mein 766. Fußballspiel insgesamt
  • Mein 718. Sportereignis in Deutschland
  • Mein 961. Sportereignis insgesamt
  • Mein 7. Sportereignis in der MHPArena
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MHPArena

Artikel bei Wikipedia →
Weitere Besuche in der MHPArena
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